31.01.2008, Ukraine „Abwassermanagement in der Westukraine“

Verbesserung des Abwassermanagements im Einzugsgebiet von Westlichem Bug und San

Beratungshilfeprojekt in der Ukraine erfolgreich abgeschlossen

Die in der Westukraine entspringenden Flüsse Westlicher Bug und San und gehören zum Einzugsgebiet der Weichsel und demzufolge auch der Ostsee. Während in Polen seit dem EU-Beitritt des Landes umfangreiche Strukturförderungen in die Sanierung und Modernisierung der kommunalen Infrastruktur und somit auch in die Abwasserwirtschaft fließen, bleiben notwendige Investitionen zur Verbesserung der Abwasserreinigung in der Ukraine bislang weitgehend aus. Der Schutz der Gewässer und insbesondere des Ostseeraumes sollte jedoch nicht an Ländergrenzen halt machen.

Die internationale Unternehmensberatung DREBERIS (vormals INERCONSULT) und die Stadtentwässerung Dresden GmbH haben dies zum Anlass genommen, um dem Austausch von Know-how und Erfahrungen für die Entwicklung der Abwasserwirtschaft im ukrainischen Einzugsgebiet der Ostsee den Weg zu bahnen. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie dem Bundesumweltamt wurden in einem Beratungshilfeprojekt für die Wasserunternehmen der größten Städte im Gebiet, L‘viv, Červonohrad und Novovlyns‘k, von den deutschen Fachkräften exemplarisch der Zustand, notwendige Verbesserungsmaßnahmen und mögliche Entwicklungsperspektiven ermittelt.

Im Gebiet sind bereits die größeren Ortschaften an kommunale Kläranlagen angeschlossen, die in den 60er bis 80er Jahren errichtet wurden. Diese sehen sich alle mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Abwasserleitungen und Kanalisationen sind zu sanieren, die Effektivität der Abwasserbehandlung und insbesondere der biologischen Reinigungsstufe muss verbessert werden und Lösungen für die Behandlung und Verwertung des Klärschlammes sind gefragt. Darüber hinaus sind die Überwachung und der Dialog mit Industrieunternehmen der Region auszubauen, um schädlichen Industrieeinleitungen in kommunale Kläranlagen und Gewässer vorzubeugen.

Den größten Problemherd stellt die Stadt Lviv (Lemberg) mit 800.000 Einwohnern dar. Hier konnten zwar bereits mit Mitteln der Weltbank und der Schwedischen Agentur für Entwicklung erste Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden, doch es bedarf weiterer Maßnahmen, um eine Lösung mit einem nachhaltigen Abwasserentwicklungskonzept zu erreichen.

Auf einer deutsch-ukrainischen Konferenz zum Thema „Erfahrungsaustausch zu modernen Umwelttechnologien und Dienstleistungen im Gewässerschutz“ wurden im August 2008 unter Schirmherrschaft des Parlamentarischen Staatssekretärs beim BMU, Herrn Michael Müller, die Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven des Gewässerschutzes in der Region thematisiert. Die ukrainischen Teilnehmer aus Wasserunternehmen und Verwaltungen konnten sich in diesem Rahmen auch über die Angebote und Lösungskompetenz deutscher Unternehmen der Umweltbranche informieren.

Eine Verbesserung des Zustandes der polnisch-ukrainischen Flüsse Bug und San, kann mittelfristig nur erreicht werden, wenn die Sanierung und der Ausbau der Abwasseranlagen konkret Gestalt annehmen. Im Beratungshilfeprojekt wurde hierfür der Grundstein gelegt und der Anstoß zur weiteren deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit gegeben. Als nächster Schritt sollten detaillierte Daten zu den bestehenden Anlagen erhoben werden, auf deren Basis mit technischer Hilfe von deutscher Seite ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Abwasserwirtschaft in der Region erstellt werden kann.

DREBERIS plant sich mit seinen Projektpartnern weiterhin in diesem Gebiet zu engagieren. Nähere Information hierzu geben wir Ihnen gern auf Anfrage.

Den Projektbericht können Sie hier gern in folgenden Versionen herunterladen: